IN FREUNDSCHAFT VEREINT

In der "Gemeinschaft Deutschsprachiger Weinbruderschaften" (GdW) sind zur Zeit 50 regionale und städtische Vereinigungen ideeller Art zusammengeschlossen, die sich die Bewahrung und Förderung der Weinkultur zur Aufgabe gemacht haben.

Diese Gemeinschaft mit ca. 6.500 Mitgliedern in 50 Weinbruderschaften hatte über 30 Jahre keine eigene Satzung und ist auch kein übergeordneter Dachverband. Erst die Delegiertenversammlung in Wien hat im Juni 2006 den Vertrauensrat beauftragt, der Organisation eine etwas festere Form zu geben.

Das erste Treffen fand im Jahre 1973 im Rheingau statt. Ihm folgten die Begegnungen in

Anlass für Zusammenschluß und Namensfindung war das Bedürfnis, sich gegen Pseudo-Weinbruderschaften besser absetzen zu können. Bereits in der "Deidesheimer Resolution" von 1974 fand dies deutlich Ausdruck: "Die Weinbruderschaften stellen sich ganz entschieden gegen Zusammenschlüsse von Kundengruppen, die auf Initiative von Erzeuger- oder Vermarktungsunternehmen veranlaßt wurden und unter dem Namen 'Weinbruderschaft' (oder ähnlich) firmieren. Gleichermaßen wird energisch dagegen protestiert, daß Personengruppen, die sich zum Zweck des gemeinsamen Weineinkaufs oder unterhaltender Weinverkostung zusammenschließen, die Bezeichnung 'Weinbruderschaft' führen. In allen Fällen dienen diese Interessengemeinschaften rein kommerziellen Zwecken, was mit der idealistischen Zielsetzung unserer Weinbruderschaften nicht zu vereinbaren ist."

In positiver Formulierung enthält das hieran anschließende "Wiener Memorandum" von 1980 die begriffliche und tatsächliche Abgrenzung, wenn es dort u. a. heißt:

"Als Weinbruderschaften können nur solche Vereinigungen gelten, deren hauptsächliche Tätigkeit im kulturellen Bereich liegt und deren Bestrebungen rein idealistischer Art sind, frei von eigennützigen und kommerziellen Zielen. Es bleibt den regelmäßig im deutschen Sprachraum zusammentretenden Ordensmeistern und ihren Beauftragten vorbehalten, neugegründete Vereine und Zusammenschlüsse von weininteressierten Personen aufgrund ihrer Tätigkeit und ihrer Leistungen zu beurteilen und gegebenenfalls in den Kreis der bestehenden Bruderschaften aufzunehmen. Der Vereinsname ist hierfür nicht ausschlaggebend." Wer als Weinbruderschaft dieser Art anerkannt werden will, muß sich daher bei einem der zweijährigen Treffen vorstellen. Ist die vorzulegende Satzung geprüft und haben sich nach weiteren zwei Jahren aus deren Umsetzung keine Bedenken ergeben, wird über den Aufnahmeantrag von den versammelten Repräsentanten entschieden.

Die Einführung "Um des Weines willen" ist für alle gedacht, die sich um Mitgliedschaft bemühen oder über Idee und Wirklichkeit der Weinbruderschaften informieren möchten, zugleich aber auch zur "Nachbesinnung" für jeden Weinbruder. Ein Glas guten Weines begleite die Lektüre.

[Prof. Dr. Hans-Jörg Koch, 1989/1995]

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